Komm, Jesu, komm


Flyer Offene Kirche 1

Eine Veranstaltung des Konzertchors der Friedenskirche mit freundlicher Unterstützung durch den Förderverein Friedenskirche.

Sa, 07.05.2011
17:15 Uhr



Dr. Dietmar Hiller, Konzerthaus Berlin

Einblicke in die Motette von Johann Sebastian Bach

Im Gegensatz zu den Kantaten, die Bach als Leipziger Director musices und Thomaskantor in sonntäglicher Regelmäßigkeit aufzuführen hatte, sind seine fünf erhaltenen Motetten Ausnahmewerke, durchaus auch in ihrer Qualität. Die Auswahl der zu vertonenden Texte deutet auf Trauergottesdienste als Anlass, in denen Motetten anstelle der Kantaten des Sonntagsgottesdienstes musiziert wurden. In der Art der Zusammenstellung und musikalischen Auslegung der Texte sind Bachs Motetten durchaus mit seinem Kantatenwerk vergleichbar – in ihnen werden Bibelwort und Choralstrophe, aber auch freie Dichtungen in gegenseitigem Kommentar zu einer Aussage verknüpft, die für den Hörer kraft der Bachschen Musik eine tönende Predigt wird, aus der er Belehrung und Trost schöpfen kann.
Am Beispiel der Motette „Komm, Jesu, komm“ auf einen Text des Leipziger Theologen Paul Thymich sollen Aspekte von Text und Musik, von der Komplexität musikalischer Strukturen und ihre Wirkung auf Gemüt und Verstand des Hörers erörtert und nahegebracht werden.

Flyer Offene Kirche 2

Dietmar Hiller, 1958 in Berlin geboren, studierte Musikwissenschaft an der Humboldt-Universität (1984 Promotion zum Dr. phil.), ergänzt durch Orgelstudien bei KMD Erich Piasetzki (Berlin). Seit 1984 arbeitet er als Konzertdramaturg am Konzerthaus Berlin (Schauspielhaus am Gendarmenmarkt). Konzertverpflichtungen als Organist führten ihn in mehrere europäische Länder (Polen, Tschechien, Frankreich, Schweiz) sowie nach Brasilien. Seit 1988 unterrichtet er im Lehrauftrag Musikgeschichte an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“.


Grafiken: Bettina Dessaules