Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach


Bildergalerie zur Aufführung 27.11.2010 (Kantaten I – III) und 28.11.2010 (Kantaten IV – VI) in der Gethsemanekirche im Prenzlauer Berg. Plakat Weihnachtsoratorium 2010

Weihnachten ohne eine Aufführung des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach ist für viele Klassikinteressierte heute nicht denkbar. Der Zauber der biblischen Weihnachtsgeschichte ist von Johann Sebastian Bach in eine – man möchte fast sagen – ewige Form gebracht worden, die alle Jahre wieder zur Advents- und Weihnachtszeit hauptsächlich in Konzerten erklingt. Ursprünglich hat Bach die 6 verschiedenen Kantaten für die Ausgestaltung der Gottesdienste der Leipziger Thomaskirche an den verschiedenen weihnachtlichen Festtagen komponiert. Inhaltlich wird die Erzählung der Geschichte durch den Evangelisten vorangebracht, der Chor gestaltet festliche Eingangschöre und stellt auch den Chor der Engel; in den Arien kommt eher die persönliche Frömmigkeit zum Ausdruck. Unvergleichlich ist die so genannte „Hirtensinfonie“ zu Beginn der 2. Kantate, in der das Orchester äußerst stimmungsvoll die Atmosphäre bei den Hirten auf dem Feld erschafft. Bewegende und klangvolle Choräle ergänzen das Gesamtbild.

Bei der Erfüllung seines Kompositionsauftrages, der die Erschaffung von Motetten, Kantaten und weiterer musikalischer Formen im Rahmen seiner Tätigkeit als Thomaskantor vorsah, bediente sich Bach des damals üblichen Parodieverfahrens. Einige Teile des Weihnachtsoratoriums findet man in anderen Werken Bachs; besonders interessant ist die Herkunft des Eingangschores: „Jauchzet, frohlocket“, der aus der Kantate: „Tönet, ihr Pauken, erschallet, Trompeten“ tonmalerisch eindrücklich auch in dieser Reihenfolge in die Instrumentierung umgesetzt wurde.

CE